Eine Person mittleren Alters legt den Arm um eine ältere Person und sieht sie lächelnd an. Die ältere Person lächelt.

Mit Demenz leben lernen

Über Demenz

Auch mit einer Demenzerkrankung bleibt jeder Mensch eine unverwechselbare Persönlichkeit, die Anspruch auf Respekt und eine wertschätzende Begegnung hat.

Begegnen Sie Betroffenen daher in allen Stadien der Erkrankung mit der gleichen Würde und Achtung, die jedem Menschen zusteht.

Begegnung auf Augenhöhe

Behalten Sie im Blick, dass Ihr*e Angehörige*r auch mit einer Demenzerkrankung weiterhin die gleiche Person ist. Begegnen Sie ihr/ihm auf Augenhöhe und kommunizieren Sie so natürlich und normal wie möglich. Wenn die Verständigung schwieriger wird, hilft Geduld, denn wiederholte Fragen – etwa zum Essen oder zum Tagesablauf – sind kein Ausdruck von Absicht oder Unaufmerksamkeit, sondern Teil der Erkrankung. Auch wenn solche Momente herausfordernd sein können: Versuchen Sie, solche Situationen nicht persönlich zu nehmen.

 

Wie kann ich mit solchen Situationen umgehen?

 

  • Loben Sie, wenn etwas richtig gemacht wurde (z. B. „Heute hast du dich wieder schön gekämmt“), statt Fehler zu kritisieren.
  • Nicht überfordern: Stellen Sie wenn möglich geschlossene Fragen (z. B. „Möchtest du ein Marmeladebrot haben?“ NICHT: „Was möchtest du denn essen?“).
  • Wiederholen Sie wichtige Informationen mehrmals mit denselben Formulierungen.
  • Nehmen Sie auf die psychischen Bedürfnisse von Demenzbetroffenen, beispielsweise auf den Gemütszustand, Rücksicht (Ist sie/er gut oder schlecht gelaunt? Braucht sie/er Ruhe?).
  • Bevor Sie zu sprechen beginnen, vergewissern Sie sich, dass der/die Betroffene aufmerksam ist und Ihnen auch wirklich zuhört.
  • Vermeiden Sie störende Hintergrundgeräusche (z.B. Fernseher).
  • Sprechen Sie deutlich und langsam, in kurzen und einfachen Sätzen.
  • Begleiten Sie das Gesagte durch Mimik, Gestik und Körpersprache.
  • Lassen Sie Brille und Hörapparate kontrollieren und eventuell anpassen.

Bewahren der Selbstständigkeit

Unterstützen Sie Ihre*n Angehörige*n im neuen Alltag dabei, die Selbstständigkeit so weit wie möglich zu bewahren:

  • Versuchen Sie, den Alltag verlässlich zu strukturieren und Rituale als Basis für Sicherheit und Geborgenheit zu schaffen.
  • Bieten Sie Wahlmöglichkeiten an, die nicht überfordern und geben Sie damit die Chance, das eigene Leben aktiv mitzugestalten.

 

Grundsätzlich gilt: Vereinfachen Sie Dinge, soweit es geht!

Leicht an- und ausziehbare Kleidung, leicht greifbares Besteck oder Schilder als Gedächtnisstützen (z. B. um das Trinken nicht zu vergessen, oder ob noch Milch im Kühlschrank ist) können sich als große Hilfe im Alltag erweisen. Mehr dazu in unserem Beitrag zu “Demenzgerechtem Wohnen”.

 

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Menschen mit Demenz möchten, dass man ihnen auf Augenhöhe begegnet, wie anderen Menschen, die eine Erkrankung haben.
  • Menschen mit Demenz wollen gehört und einbezogen werden, wenn Entscheidungen getroffen werden.
  • Menschen mit Demenz wollen sie selbst sein können, ihre Persönlichkeit entfalten können und sich unter Menschen wohlfühlen können.
  • Menschen mit Demenz wollen involviert werden, neue Erfahrungen machen können, dabei aber unterstützt werden.
  • Menschen mit Demenz wollen leichten Zugang zu leistbarer Hilfe.

 

Weiterführende Informationen und praktische Hinweise zur wertschätzenden Kommunikation mit Menschen mit Demenz finden Sie in diesem Überblicksdokument der Demenzhilfe Österreich: PDF Download

Embed Video: https://youtu.be/qNTvDO6r55g

Foto © istockphoto.com_CasaruGuru