ältere Hände mit Tabletten in der Hand liegen auf einem Tisch, daneben liegt eine Dosierungsdose und eine Brille.

Medikamentöse Therapien

Therapieformen

Medikamente können die Demenz nicht heilen, aber bei bestimmten Demenzformen – vor allem der Alzheimer-Demenz – die Symptome lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

Wichtig ist dabei eine gute Abstimmung zwischen Betroffenen, Angehörigen und Ärztinnen bzw. Ärzten.

Behandlung der Grunderkrankung

Zur Behandlung der Demenz selbst werden Antidementiva eingesetzt. Für die Alzheimer-Demenz stehen zwei Wirkstoffgruppen zur Verfügung:

 

  • Cholinesterasehemmer (Donepezil, Rivastigmin, Galantamin) für die leichte bis mittlere Erkrankungsphase
  • Memantin für die mittlere bis schwere Alzheimer-Demenz

 

Solche Antidementiva können das Fortschreiten der Krankheit verzögern, die geistige Leistungsfähigkeit stabilisieren und die Selbstständigkeit über einen längeren Zeitraum erhalten, was den Pflegebedarf reduzieren kann.

Nicht alle Menschen sprechen gleich gut darauf an, doch bereits eine Phase der Stabilisierung – also keine Verschlechterung über mehrere Monate – gilt als Therapieerfolg.

Da die Wirkung individuell unterschiedlich ist, sollten Fragen zu Wirkstoffen, Dosierung und Nebenwirkungen immer mit der behandelnden Ärztin bzw. dem behandelnden Arzt besprochen werden.

 

Behandlung von Begleitsymptomen

Viele Menschen mit Demenz entwickeln im Verlauf der Erkrankung zusätzliche Symptome wie Depression, Angst, Unruhe, Schlafstörungen, Aggressivität oder Wahnvorstellungen. Diese können sehr belastend sein.

 

  • Nicht-medikamentöse Maßnahmen (z. B. Tagesstruktur, Bewegung, Musik, Orientierungshilfen) stehen heute an erster Stelle.
  • Medikamentöse Behandlungen werden sorgfältig und zurückhaltend eingesetzt, da manche Präparate – insbesondere Antipsychotika – deutliche Nebenwirkungen haben können.
  • Insbesondere bei Schlafstörungen sollten zuerst Alltagshilfen, Bewegung und ein regelmäßiger Tagesrhythmus versucht werden.

Rolle der Angehörigen:

Angehörige sind wichtige Beobachter*innen. Sie sollten:

  • Wirkungen und Nebenwirkungen aufmerksam wahrnehmen,
  • Veränderungen an das medizinische Team weitergeben,
  • gemeinsam mit Ärzt*innen über Anpassungen der Therapie entscheiden.

 

Weiterführende Informationen finden Sie in unserer Broschüre Aktiv trotz Demenz, die Sie hier herunterladen oder postalisch bei uns bestellen können.

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Antidementiva können bei Alzheimer-Demenz den Verlauf verzögern, heilen die Erkrankung jedoch nicht.
  • Begleitsymptome wie Depression oder Unruhe sind behandelbar – oft auch ohne Medikamente.
  • Medikamente sollten immer nach ärztlicher Empfehlung und regelmäßig eingenommen werden.
  • Angehörige unterstützen Betroffene bei der sicheren Einnahme und beobachten Wirkung sowie Nebenwirkungen.

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