Tipps für Angehörige

Demenz im Alltag

Die Pflege eines Menschen mit Demenz ist emotional anspruchsvoll und verlangt viel Kraft.

Angehörige übernehmen in Österreich den Großteil der Pflege, was erfüllend sein kann, aber auch stark belastet. Wichtig ist, auf die eigenen Ressourcen zu achten, Pausen einzuplanen und Unterstützung anzunehmen. Gespräche mit Fachpersonen oder der Austausch in Gruppen können entlasten. Auch Urlaube oder kurze Auszeiten sind notwendig, um langfristig gesund zu bleiben. Wenn die Belastung zu groß wird, sollten gemeinsam neue Lösungen gesucht werden, etwa mobile Dienste oder ein Pflegeheimplatz.

Im Umgang mit Demenz ist Wertschätzung zentral

Betroffene behalten ihre Persönlichkeit und sie brauchen Respekt, Geduld und eine klare, einfache Kommunikation. Ein verlässlicher Tagesablauf, mit vertrauten Ritualen und kleinen, angepassten Wahlmöglichkeiten geben Orientierung und Sicherheit. Auch praktische Erleichterungen – etwa gut handhabbare Kleidung, einfache Hilfsmittel oder deutlich sichtbare Erinnerungsstützen – unterstützen den Alltag. Sprechen Sie in Ruhe, halten Sie Blickkontakt, schaffen Sie eine möglichst ablenkungsfreie Situation und wiederholen Sie Informationen, wenn es nötig ist.

 

Orientierung schaffen

Gedächtnis und Orientierung lassen bei fortschreitender Demenz nach und kleine erreichbare Ziele und positive Rückmeldungen können Betroffene im Alltag unterstützen.

Routinen, große Kalender, Uhren, deutliche Beschriftungen und farbliche Markierungen helfen, sich zurechtzufinden. Auch bewusste Wahrnehmung der Umgebung kann Orientierung fördern. Wichtige Informationen sollten sichtbar platziert und regelmäßig besprochen werden.

Wenn Essen und Trinken zur Herausforderung wird, helfen feste Essenszeiten, Einkaufslisten, Trinkhilfen und appetitlich gestaltete Mahlzeiten für eine ausreichende Versorgung. Bei Gewichtsverlust kann auf hochkalorische, leicht einnehmbare Trinkmahlzeiten zurückgegriffen werden. Gemeinsames Essen motiviert und erleichtert die Nahrungsaufnahme.

Auch Schlafstörungen können auftreten. Bewegung am Tag, feste Schlafenszeiten und beruhigende Abendrituale fördern einen regelmäßigen Schlafrhythmus. Eine sanfte Körperpflege am Abend kann zusätzlich beruhigen.

 

Emotionale Unterstützung

Die Demenz kann auch emotionale Veränderungen bewirken und Angst, Wut oder Verzweiflung auslösen. Verständnis, Ruhe und eine angenehme Umgebung helfen, diese Gefühle abzufedern. Halluzinationen oder Depressionen sollten ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.

 

Auf das eigene Wohlbefinden achten

Die Betreuung eines demenzkranken Menschen verlangt Angehörigen oft viel ab – körperliche Unterstützung, ständige Aufmerksamkeit, emotionale Nähe und das Aushalten von Veränderungen, die schmerzhaft sein können. Viele pflegende Personen geraten dabei an ihre Grenzen, weil die eigene Bedürfnisse zurückgestellt werden und sich oftmals schleichend Erschöpfung aufbaut.

Weiterführend finden Sie kompakte Informationen dazu, wie Sie Ihre Resilienz stärken, Warnsignale der Überlastung früh erkennen und welche Wege, Hilfen und Unterstützungsangebote Ihnen helfen können, mit belastenden Situationen besser zurechtzukommen – auch in schwierigen Phasen.

Embed: Interview Johanna Constantini