Pensionistin mit ihren zwei Enkelkindern

Kindern Demenz erklären

Demenz im Alltag

Unsere Oma hat Demenz. Wie erkläre ich es meinem Kind?

Wenn ein Familienmitglied an Demenz erkrankt, verändert sich der Alltag aller Beteiligten – auch jener von Kindern. Sie spüren schnell, dass etwas anders ist. Umso wichtiger ist es, offen, ehrlich und kindgerecht zu erklären, was los ist. Kinder müssen nicht mit allen Details konfrontiert werden, aber sie brauchen nachvollziehbare, beruhigende Informationen, die an ihr Alter angepasst sind. Und bleiben Sie dabei bei der Wahrheit. Einschlägige Ratgeber oder Bilderbücher von Demenzexpert*innen sind dabei hilfreiche Informationsquellen.

Warum Offenheit wichtig ist

Kinder merken Spannungen, Unsicherheiten und ungewohnte Situationen sofort. Wenn sie keine Erklärungen bekommen, entwickeln sie leicht eigene Deutungen – häufig mit Schuldgefühlen oder Sorgen. Eine klare, kindgerechte Erklärung hilft ihnen, das Verhalten der erkrankten Person besser einzuordnen und entlastet sie emotional.

Was Kindern über Demenz gesagt werden kann:
Bleiben Sie bei der Wahrheit und verwenden Sie Bilder, die leicht zu verstehen sind. Kinder müssen nicht alles auf einmal erfahren – kurze Erklärungen, die an ihren Fragen anknüpfen, funktionieren am besten.

 

Ein mögliches Bild ist das des Gedächtnisbaums

Um die Demenz anschaulich zu machen, können Sie das Gedächtnis als Baum mit vielen Blättern beschreiben. Das Gedächtnis ist wie ein großer Baum mit vielen Blättern. Auf jedem Blatt ist eine Erinnerung gespeichert. Durch die Demenz kommt ein starker Wind auf, der manche Blätter wegweht und andere durcheinanderbringt. Manche Erinnerungen verschwinden, manche werden verwechselt – aber der Baum ist immer noch derselbe.

Dieses Bild zeigt: Die Person ist immer noch die Oma oder der Opa, auch wenn sie sich manchmal ungewohnt verhält.

Kinder bringen oft mehr Verständnis mit, als man ihnen zutrauen würde. Mit der Aufklärung über die Demenzerkrankung kann daher bereits im Vorschulalter begonnen werden. Scheuen Sie sich also nicht vor möglichen Fragen. Ihr Kind wird dankbar sein, Antworten darauf zu bekommen.

Unterstützende Materialien

Bilderbücher, Ratgeber und Geschichten über Demenz helfen, Emotionen einzuordnen und bieten kindgerecht vermittelte Informationen. Sie können den Einstieg erleichtern und Gespräche fördern.

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