Angst, Sorge & Wut

Umgang mit Demenz

Eine Demenz verändert vieles.

Erinnerungen gehen verloren, Situationen sind schwerer einzuordnen und Vertrautes wirkt plötzlich fremd. Das kann verunsichern, Angst machen, frustrieren oder sogar wütend stimmen.

Darüber hinaus können die krankheitsbedingten Veränderungen im Gehirn dazu führen, dass Gefühle wie Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit oder Angst häufiger oder intensiver auftreten. Diese emotionalen Veränderungen sind für Betroffene ebenso wie für An- und Zugehörige oft sehr belastend.

Aber lassen Sie sich nicht verunsichern!

Nicht jede Person mit Demenz entwickelt die gleichen Symptome in der gleichen Intensität. Und wenn es doch so kommt: Versuchen Sie, so gut wie möglich Verständnis aufzubringen – mit sich selbst, aber auch mit Ihrer angehörigen Person.

Ruhige, offene Gespräche mit Ihren Angehörigen bzw. Vertrauenspersonen schaffen und stärken Vertrauen. Sprechen Sie über Ihre Ängste und Sorgen. Halten Sie einander die Hand, nehmen Sie sich in den Arm und schaffen Sie so eine Atmosphäre von Geborgenheit und Akzeptanz.

Wenn Sie pflegende*r Angehörige*r einer Person mit Demenz sind:

Wird die mit Demenz lebende Person wütend oder zornig, kann dies mitunter persönlich verletzend sein.

Auch wenn es manchmal schwerfällt: Nehmen Sie es nicht persönlich.

Der Zorn ist oft Ausdruck von der Frustration, die mit der neuen Lage einhergeht. Versuchen Sie, Verständnis aufzubringen, aber schützen Sie auch Ihre Grenzen und trauen Sie sich, auf Ihr eigenes Wohlbefinden zu achten. Denn niemandem ist es geholfen, wenn Sie dauerhaft mit dem Gefühl leben, mit ihren Kräften am Ende zu sein.

Eine Demenz kann bei Betroffenen auch Sinnestäuschungen oder Halluzinationen hervorrufen. Dinge, die gar nicht da sind oder Ereignisse, die gar nicht geschehen sind, erscheinen ihnen real und das kann Angstgefühle hervorrufen.

Begegnen Sie dem mit möglichst viel Geduld und Verständnis und versuchen Sie, die betroffene Person ernst zu nehmen. Gehen Sie auf ihre*n Angehörige*n ein und finden Sie gemeinsam einen Umgang mit der Situation.

Hat die mit Demenz lebende Person z. B. Angst vor Einbrechern, können Sie gemeinsam einen Kontrollgang machen, um zu zeigen, dass alles in Ordnung ist.

 

Behandeln sie die betroffene Person nicht wie ein Kind, sondern sprechen Sie ganz normal und auf Augenhöhe miteinander. Das kann gleich doppelt helfen – die Person mit Demenz fühlt sich ernst genommen, kann Ihnen besser vertrauen und sie wird von ihren negativen Emotionen abgelenkt.

Das Wichtigste in Kürze

Die Wut demenzkranker Menschen ist eine Reaktion auf die Unsicherheit, die Angst und die Verzweiflung, die sie quälen. Aggression kann von einem demenzerkrankten Menschen mit fortschreitender Krankheit immer weniger kontrolliert werden.