Gedächtnistraining
Therapieformen
Unter dem Begriff „Gedächtnistraining“ werden viele unterschiedliche Übungen zusammengefasst, die geistige Aktivität anregen sollen.
Nach aktuellem Wissensstand ist gezieltes kognitives Training im engeren Sinn – also reine Übungsprogramme mit Aufgabenlisten, Rätseln oder Trainingssoftware – für Menschen mit Demenz nicht als Therapie wirksam. Ein solches Training kann sogar Frustration erzeugen, wenn es Leistungsdruck auslöst oder Defizite betont.
Sinnvoll und gut belegt sind hingegen kognitive Stimulationen, also Angebote, die geistige Aktivität mit sozialem Austausch und alltagsnahen Themen verbinden. Dazu gehören Gespräche über vertraute Inhalte, gemeinsames Erinnern, Orientierungs- und Aktivierungsübungen ohne Leistungscharakter und einfache Aufgaben, die an die Lebenswelt der betroffenen Person anknüpfen. Diese Form der Aktivierung kann die Stimmung stabilisieren, Orientierung erleichtern und den Alltag strukturieren.
Entscheidend ist, dass alle Übungen wertschätzend, druckfrei und ressourcenorientiert durchgeführt werden. Die Inhalte sollen sich an Fähigkeiten und Interessen der betroffenen Person orientieren und nicht an abstrakten Erwartungen. Ziel ist nicht, verlorene Fähigkeiten zurückzugewinnen, sondern Freude, Selbstvertrauen und Teilhabe zu ermöglichen und vorhandene Kompetenzen bestmöglich zu erhalten.